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Ratgeber für Eltern

Wenn das Kind nicht spricht

Ihr Kind hat etwas zu sagen — auch wenn es das noch nicht aussprechen kann. Hier sind zehn Artikel für den Anfang: was Unterstützte Kommunikation ist, wie Sie zu Hause starten und wo es in Deutschland und in Polen Hilfe gibt.

Die Artikel im Ratgeber
Moj Glosik
Hauptartikel

Warum Moj Glosik Ihrem Kind helfen kann

Moj Glosik ist eine Kommunikationstafel für Handy oder Tablet. Das Kind tippt auf ein Bild, und das Gerät spricht für es — auf Deutsch oder auf Polnisch. „Ich will trinken“, „aua“, „mehr“, „fertig“, „Mama“. Einfache Dinge, die Erwachsene gar nicht bemerken und die für ein Kind ohne Sprache eine Mauer sind.

Die App entsteht zu Hause — gebaut vom Papa von Jakub, einem Jungen im Autismus-Spektrum, der nicht spricht. Sie entstand, weil keine der fertigen Lösungen gleichzeitig zweisprachig (Deutsch und Polnisch), für ein kleines Kind einfach genug und für eine Familie ohne Budget für ein Spezialgerät im vierstelligen Bereich bezahlbar war.

Was sich ändert, wenn ein Kind endlich „ich will“ sagen kann: Der Frust sinkt, weil die Bitte ankommt. Die Selbstwirksamkeit wächst — das Kind merkt, dass seine Wahl etwas bewirkt. Die Erwachsenen müssen nicht mehr raten. Und entgegen der häufigsten Elternsorge verschließt der Weg über Bilder die Sprache nicht — dazu mehr im Artikel „Verhindert UK das Sprechen?“.

Die App ist keine Therapie und ersetzt weder Logopädie noch andere Fachleute. Sie ist ein Werkzeug, das jeden Tag griffbereit sein soll: in der Küche, im Auto, im Supermarkt und in der Kita — überall dort, wo das Kind gerade etwas sagen möchte.

Was die App im Hintergrund macht

Das Kind sieht nur große, bunte Felder. Alles andere passiert darunter — damit es genau dann funktioniert, wenn es gebraucht wird.

🔊

Echte Stimme, kein Roboter

Jedes Feld hat eine fertige Aufnahme einer natürlichen Stimme — getrennt auf Deutsch und auf Polnisch. Die App spielt die Aufnahme ab; die Sprachsynthese ist nur die Reserve.

📴

Funktioniert ohne Internet

Nach dem ersten Start speichert sich die App mitsamt Aufnahmen und Bildern auf dem Gerät. Im Auto, im Wald und im Wartezimmer läuft sie genauso.

🗣️

Zwei Sprachen, ein Schalter

Deutsch und Polnisch in einer App — ohne zweite Lizenz. Das Kind spricht zu Hause Polnisch und in der Kita Deutsch.

🎨

Farben nach dem Fitzgerald-Key

Die Kategorien haben feste Farben (Tätigkeiten, Personen, Dinge, Gefühle). Das Kind findet das Wort schneller, weil es der Farbe folgt, bevor es lesen kann.

💬

Satzleiste

Die Felder reihen sich oben auf und lassen sich als ganze Äußerung sprechen — vom einzelnen Wort bis zu „ich will mehr Saft“.

Eigene Felder

Sie können ein Foto der Oma oder das Lieblingsspielzeug hinzufügen und mit eigener Stimme aufnehmen. Fotos und Aufnahmen bleiben im Speicher des Geräts.

🔒

Privatsphäre des Kindes

Das Kind legt kein Konto an und hat kein Profil. Eigene Felder, Einstellungen und Statistiken werden lokal gespeichert. In der App gibt es weder Werbung noch Analytics.

🧩

Vom ersten Tag an gefüllt

Rund 190 Felder in 15 Kategorien plus Favoriten — Sie starten nicht mit einer leeren Tafel, sondern sofort mit dem Gespräch.

Probieren Sie aus, ob es hilft

24 Stunden testen ohne Zahlungspflicht — ohne Kartendaten. Danach können Sie ohne Angabe von Gründen aufhören.

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ℹ️ Wichtig vor der Nutzung — Bedingungen und Hinweise

Zehn Artikel für den Anfang

Kurze Texte, je ein Thema. Tippen Sie auf eine Karte, um den ganzen Artikel zu lesen.

Erste Schritte

Mein Kind spricht nicht — womit anfangen

Abwarten, „bis es von allein kommt“, ist die teuerste Strategie. Das ergibt in den ersten Wochen Sinn.

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Am schwersten ist die Zeit, in der noch niemand etwas benannt hat. Das Kind ist zwei, drei, vier Jahre alt, spricht nicht oder nur ein paar Wörter, und ringsum heißt es „Jungs sprechen später“ und „mein Bruder hat auch erst mit fünf angefangen“. Manchmal stimmt das. Manchmal ist es ein verlorenes Jahr.

Die sichere Regel lautet: Eine Beobachtung kann man jederzeit abbrechen, verlorene Zeit nicht zurückholen. Frühe Unterstützung schadet einem Kind nicht, das ohnehin zu sprechen beginnt. Fehlende Unterstützung schadet dem Kind, das es nicht von allein tut.

Was zuerst sinnvoll ist

  • Hörtest machen lassen. Der erste Schritt bei jeder Sprachverzögerung — eine Hörstörung bleibt oft lange unbemerkt.
  • Zum Kinderarzt und in die Logopädie, auch wenn Sie „warten wir ab“ hören. Bitten Sie darum, die Beobachtung zu dokumentieren und einen Kontrolltermin festzulegen.
  • Melden Sie Ihr Kind an — in Deutschland bei einer Frühförderstelle oder im SPZ, in Polen in der poradnia psychologiczno-pedagogiczna. Wartelisten sind lang, und eine Anmeldung verpflichtet zu nichts.
  • Filmen Sie kurze Szenen. Zwei Minuten normales Spiel sagen einer Fachkraft mehr als eine Stunde im fremden Raum, in dem das Kind ohnehin verstummt.
  • Geben Sie schon jetzt einen Weg zum Sich-Mitteilen — Gebärden, Fotos, Symbole, App. Warten Sie nicht auf die Diagnose. Eine Diagnose benennt das Problem, sie schafft keine Kommunikation.

Und noch etwas: keine Sprache heißt nicht kein Verstehen. Sehr viele Kinder verstehen weit mehr, als sie zeigen können. Sprechen Sie ganz normal mit Ihrem Kind, erzählen Sie, was Sie tun — auch ohne Antwort.

Ein Schritt für heuteVereinbaren Sie einen Hörtest und filmen Sie zwei Minuten Alltagsspiel.
Grundlagen

Was ist Unterstützte Kommunikation (UK/AAC)

Bilder, Gebärden und sprechende Apps sind kein „statt Sprache“. Sie sind der Weg, überhaupt etwas sagen zu können.

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Unterstützte Kommunikation (UK; englisch Augmentative and Alternative Communication, AAC) ist jede Form der Verständigung außer dem Sprechen. Dazu gehören sehr unterschiedliche Dinge: Gebärden, Zeigen, Bildkarten, Kommunikationsbücher, Tablets mit App und spezielle Sprachausgabegeräte (Talker).

Wichtig ist die Unterscheidung: unterstützend heißt „ergänzend zu vorhandener Sprache“, ersetzend heißt „anstelle fehlender Sprache“. Dasselbe Werkzeug kann in verschiedenen Lebensphasen beide Rollen haben.

Die häufigsten Missverständnisse

  • „Das ist für Kinder, die nie sprechen werden.“ Nein — UK ist oft eine Zwischenstufe und eine Brücke zur Lautsprache.
  • „Das Kind ist zu klein.“ Kinder greifen zu Symbolen, bevor sie sprechen — so wie sie zeigen, bevor das erste Wort kommt.
  • „Erst müssen die Grundlagen sitzen.“ Es gibt keine Eingangsvoraussetzung. Kommunikation lernt man durch Kommunizieren, nicht durch eine Prüfung der Bereitschaft.

Eine praktische Grundregel: Das Hilfsmittel muss den ganzen Tag verfügbar sein. Eine Tafel, die im Schrank liegt und für 20 Minuten Förderung herausgeholt wird, ist nicht die Stimme des Kindes — sie ist eine Übung. Eine Stimme hat man immer dabei, auch wenn man sich beschweren oder etwas völlig Nebensächliches sagen will.

Ein Schritt für heuteLegen Sie einen festen Ort fest, an dem Tafel oder Tablet immer griffbereit liegt — z. B. den Küchentisch.
Fakten

Verhindert UK das Sprechen? Was die Forschung sagt

Die häufigste Elternsorge — und eine der am besten untersuchten Fragen im gesamten Feld.

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Die Sorge klingt logisch: Wenn das Kind einen leichteren Weg bekommt, strengt es sich beim Sprechen nicht mehr an. Das ist intuitiv — und durch Studien nicht bestätigt.

Der meistzitierte Forschungsüberblick dazu (Millar, Light und Schlosser, 2006, im Journal of Speech, Language, and Hearing Research) hat Untersuchungen zu Menschen mit Entwicklungsbeeinträchtigungen ausgewertet, die UK nutzen. Das Ergebnis: bei der großen Mehrheit verschlechterte sich das Sprechen nicht, bei einem erheblichen Teil verbesserte es sich. Verschlechterungen wurden praktisch nicht beobachtet. Spätere Überblicksarbeiten weisen in dieselbe Richtung.

Warum ist das so? Vermutlich wirkt ein Symbol, das zusammen mit dem gesprochenen Wort gezeigt wird, wie ein zusätzlicher Hinweis — das Kind hört das Wort verknüpft mit Bild und mit einer konkreten Wirkung. Dazu kommt etwas Einfacheres: Ein Kind, das endlich verstanden wird, kommuniziert mehr, und mehr Kommunikation heißt mehr Gelegenheiten zum Sprechen.

Was das praktisch bedeutet

  • Sie müssen sich nicht zwischen Logopädie und UK entscheiden — das sind keine konkurrierenden Wege.
  • Sprechen Sie das Wort immer laut mit, wenn das Kind ein Feld antippt. Das Hörmodell gehört dazu.
  • Akzeptieren Sie jede Form: Laut, Gebärde, Feld, Wort. Alles zählt als Äußerung.

Studien sprechen über Gruppen, nicht über Ihr Kind. Was für Ihr Kind das Beste ist, entscheiden Sie gemeinsam mit den Fachleuten, die es kennen.

Ein Schritt für heuteWiederholen Sie morgen den ganzen Tag jedes angetippte Wort mit Ihrer eigenen Stimme.
Methode

Modelling — der wirksamste Weg zu lernen

Ein Kind lernt die Tafel nicht aus einer Anleitung. Es lernt sie, indem es Ihnen zusieht.

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Stellen Sie sich vor, Sie bringen jemandem eine neue Sprache bei, sprechen sie aber selbst nie — Sie fragen nur ab. Genau das tun wir, wenn wir dem Kind die Tafel hinschieben und sagen „zeig, was du willst“, ohne sie selbst je zu berühren.

Modelling heißt: Der Erwachsene benutzt die Symbole selbst, in ganz normalen Situationen. Er sagt „ich esse“ und tippt „essen“, sagt „wir gehen“ und tippt „gehen“. Ohne Abfragen, ohne Wiederholung zu verlangen. Genauso, wie wir mit einem Säugling sprechen, lange bevor er antwortet.

So funktioniert Modelling

  • Sprechen Sie über das Hier und Jetzt. Baden, Essen, Rausgehen — Alltagsrituale sind die beste Lektion, weil sie sich endlos wiederholen.
  • Geben Sie ein Element mehr. Das Kind zeigt „Saft“ — Sie zeigen „ich will Saft“. Das Kind zeigt „ich will Saft“ — Sie „ich will mehr Saft“.
  • Nicht abfragen. Statt „wo ist trinken?“ sagen Sie „ich trinke“. Tests entmutigen, Modelle laden ein.
  • Warten. Zählen Sie nach Ihrer Äußerung innerlich bis zehn. Kinder mit langsamerer Verarbeitung brauchen diese Stille — Erwachsene füllen sie viel zu schnell.
  • Auf jeden Versuch reagieren. Behandeln Sie auch zufälliges Antippen als Äußerung und antworten Sie. Selbstwirksamkeit entsteht durch Antwort.

Diese Methode ist langsam. Die ersten Wochen sehen oft so aus, als passiere nichts. Der Effekt kommt meist plötzlich — nach einigen hundert Wiederholungen, über die niemand Buch führt.

Ein Schritt für heuteWählen Sie ein Ritual (z. B. das Abendessen) und modellieren Sie darin eine Woche lang drei Wörter.
Wortschatz

Die ersten Wörter: „mehr“ ist wichtiger als „Banane“

Eltern beginnen meist mit Substantiven. Wirksamer sind Wörter, die überall passen.

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Der natürliche Reflex ist eine Tafel voller Essen, Spielzeug und Tiere. Diese Wörter lassen sich leicht zeichnen — sind aber eng. „Banane“ nützt beim Frühstück und danach nie wieder.

In der Sprachtherapie spricht man vom Kernvokabular (englisch core vocabulary): einer kleinen Gruppe von Wörtern, die den Großteil aller Alltagsäußerungen ausmacht — „ich“, „du“, „will“, „nein“, „mehr“, „fertig“, „das“, „gehen“, „geben“, „helfen“. Analysen der Alltagssprache zeigen, dass einige Dutzend solcher Wörter einen sehr großen Teil dessen abdecken, was wir täglich sagen.

Warum das besser funktioniert

  • Sie passen überall. „Mehr“ funktioniert beim Essen, auf der Schaukel, beim Film und beim Kuscheln.
  • Sie erlauben Ablehnung und Abbruch. „Nein“ und „fertig“ sind die wichtigsten Wörter für ein Kind, das bisher nur durch Schreien protestieren konnte.
  • Sie lassen sich verbinden. Aus Substantiven baut man keine Sätze, aus Kernwörtern schon.

Ein guter Start sind etwa zehn bis zwanzig Wörter — darunter ein paar Substantive aus den echten Lieblingsdingen des Kindes, denn Motivation ist der Treibstoff. Der Rest kann warten. Nehmen Sie die übrigen Felder aber nicht aus dem Blickfeld: Das Kind soll sehen, dass Sprache größer ist als das, was es heute schon kann.

Ein Schritt für heuteNotieren Sie fünf Dinge, die Ihr Kind durch Verhalten „sagt“, und suchen Sie sie auf der Tafel.
Verhalten

Herausforderndes Verhalten ist auch eine Äußerung

Schreien, sich auf den Boden werfen, beißen. Bevor wir das abstellen, lohnt die Frage, was es sagt.

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Wenn ein Kind keine Wörter hat, benutzt es das, was wirkt. Schreien wirkt. Einen Teller werfen wirkt. Schlagen wirkt am schnellsten von allem. Das ist keine Böswilligkeit und keine „Verwöhnung“ — es ist Kommunikation in der einzig verfügbaren Form.

Verhalten trägt fast immer eine von wenigen Botschaften:

  • „Ich will das“ — Zugang zu etwas.
  • „Hör auf / ich will nicht“ — Flucht vor Aufgabe, Lärm, Berührung.
  • „Sieh mich“ — Aufmerksamkeit.
  • „Aua / zu viel“ — Schmerz, Hunger, Müdigkeit, Reizüberflutung.

Praktisches Vorgehen: Notieren Sie eine Woche lang kurz, was davor war, was passiert ist und was danach kam. Nach ein paar Tagen zeigt sich meist ein Muster. Danach sucht man für diese Botschaft einen leichteren Weg als das Schreien — ein Feld „fertig“, „Pause“, „will nicht“, „aua“.

Entscheidende Bedingung: Der neue Weg muss genauso schnell wirken. Wenn das Kind „Pause“ zeigt und wir mit „nur noch fünf Minuten“ antworten, haben wir gerade bewiesen, dass Schreien wirksamer ist. Erfüllen Sie die Bitte am Anfang sofort, auch wenn es unpassend ist. Verhandelt wird später.

Plötzlich verändertes Verhalten kann ein Schmerz- oder Krankheitszeichen sein. Bei abrupten Veränderungen zuerst medizinische Ursachen ärztlich abklären lassen.

Ein Schritt für heuteNotieren Sie drei Tage lang im Handy: was davor war, was passierte, was geholfen hat.
Symbole

Warum die Felder Farben haben — der Fitzgerald-Key

Die Hintergrundfarbe ist keine Dekoration. Sie ist der schnellste Hinweis für ein Kind, das noch nicht liest.

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In Kommunikationstafeln wird seit Jahrzehnten nach Farben sortiert — bekannt als Fitzgerald-Key. Die Symbole werden nach der Wortfunktion gruppiert, und jede Gruppe hat eine feste Farbe: eine für Tätigkeiten, eine für Personen, eine für Dinge, eine für Eigenschaften und Fragen.

Das Kind muss nicht wissen, was ein Verb ist. Es lernt etwas Einfacheres: „Wörter zum Tun sind grün“, „Menschen sind gelb“. Der Blick landet im richtigen Bereich, noch bevor die Suche nach dem einzelnen Bild beginnt. Das verkürzt den Weg zum Wort — und in der Kommunikation zählt jede Sekunde, denn ein Gespräch wartet nicht.

Die zweite Regel: fester Platz

Genauso wichtig wie die Farbe ist, dass ein Symbol nicht wandert. Liegt „mehr“ immer in derselben Ecke, greift das Kind mit der Zeit automatisch dorthin — so wie wir tippen, ohne auf die Tastatur zu schauen. Felder „der Ordnung halber“ umzusortieren macht dieses Lernen zunichte.

Foto oder Symbol?

Fotos sind am Anfang leichter, aber sehr konkret — das Foto dieser Tasse meint nur diese Tasse. Ein Symbol ist abstrakter, umfasst dafür die ganze Kategorie und erlaubt es, über Dinge zu sprechen, die gerade nicht da sind. Eine gute Tafel verbindet oft beides: Fotos für Personen und persönliche Gegenstände, Symbole für den Rest.

Ein Schritt für heutePrüfen Sie, ob die drei meistgenutzten Felder Ihres Kindes immer am selben Platz liegen.
Alltag

Visueller Tagesplan — weniger Angst, weniger Ausbrüche

Viele schwierige Momente entstehen nicht aus Trotz, sondern aus dem Nichtwissen, was gleich passiert.

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Erwachsene bewegen sich mit Wörtern durch die Zeit: „gleich“, „nach dem Essen“, „am Freitag“. Ein Kind, das diese Begriffe nicht versteht, lebt in ständiger Überraschung — und Überraschung endet bei Kindern mit Kommunikationsschwierigkeiten sehr oft in einer Krise.

Ein visueller Plan ist schlicht eine Reihe von Bildern, die die Reihenfolge zeigt. Er kann am Kühlschrank hängen oder auf dem Tablet sein. Er muss nicht den ganzen Tag abdecken — für den Anfang genügen drei, vier Schritte des schwierigsten Abschnitts, zum Beispiel des Rausgehens.

Was einen Plan wirksam macht

  • Kurz und konkret. Drei bis fünf Bilder. Zwanzig sind Tapete.
  • Erledigtes abnehmen oder abhaken. Das sichtbare „fertig“ ist die halbe Wirkung.
  • Immer zeigen, was danach kommt. Besonders nach ungeliebten Dingen — „erst Zähne putzen, dann Film“.
  • Änderungen ankündigen. Wenn der Plan kippt, zeigen Sie es am Plan, statt es mit Worten zu erklären.

Tagesplan und Kommunikationstafel sind zwei verschiedene Dinge, die sich gut ergänzen: Der Plan sagt dem Kind, was kommt, und die Tafel erlaubt ihm zu antworten — auch „will nicht“.

Ein Schritt für heuteErstellen Sie einen Plan aus drei Bildern für den schwierigsten Moment des Tages.
Einrichtungen

Kita und Schule — wie UK dort ankommt

Die beste Tafel hilft nicht, wenn sie nur zu Hause gilt. Nur Durchgängigkeit funktioniert.

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Ein typischer Verlauf: Zu Hause nutzt das Kind die Tafel, in der Einrichtung liegt sie im Rucksack. Nach einigen Wochen greift das Kind auch zu Hause nicht mehr danach — weil es gelernt hat, dass sie den halben Tag ohnehin nicht funktioniert.

Wie das Gespräch gelingt

  • Kommen Sie mit einer fertigen, einfachen Beschreibung. Ein Blatt: was es ist, wie man es einschaltet, fünf Wörter, die das Kind am häufigsten nutzt, und wie man reagiert.
  • Bitten Sie um eine zuständige Person. Was allen gehört, gehört niemandem.
  • Schlagen Sie eine einzige Situation zum Start vor — zum Beispiel nur die Mahlzeit. Ein schmaler Anfang wird leichter angenommen als „bitte den ganzen Tag“.
  • Bitten Sie um eine kurze Rückmeldung, und sei es ein Satz im Heft. Fachkräfte bleiben eher dabei, wenn sie eine Wirkung sehen.
  • Sorgen Sie für einen Eintrag in den Unterlagen — in Deutschland in der Förderdokumentation, in Polen im Gutachten und im IPET. Was schriftlich steht, geht ins nächste Jahr und an die nächste Fachkraft über.

In polnischen Familien in Deutschland kommt die Sprachfrage dazu. Sagen Sie offen, dass Ihr Kind zwei Sprachen nutzt und dass Polnisch zu Hause dem Deutschlernen nicht schadet. In Moj Glosik spricht dasselbe Feld zu Hause Polnisch und in der Kita Deutsch — das Kind lernt eine Anordnung, nicht zwei.

Ein Schritt für heuteSchreiben Sie eine einseitige Anleitung für die Fachkraft und schlagen Sie eine Testsituation vor.
Hilfe

Wo Sie Hilfe finden — Deutschland und Polen

Eine kurze Landkarte der Stellen, bei denen der Weg meistens beginnt.

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Die Systeme beider Länder sind verschieden, und polnische Familien in Deutschland bewegen sich oft zwischen ihnen. Unten die Startpunkte — das ist keine Rechtsberatung, und Regeln wie Bezeichnungen ändern sich, prüfen Sie Details also bei Ihrer Kommune, Beratungsstelle oder Krankenkasse.

Deutschland

  • Frühförderstelle / Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) — die erste Anlaufstelle bei Verdacht auf Entwicklungsverzögerung; die Überweisung kommt meist vom Kinderarzt.
  • Logopädie auf Rezept — ärztlich verordnet, die Kosten trägt die Krankenkasse.
  • Beratungsstellen für Unterstützte Kommunikation — an Förderzentren und Schulen; sie helfen bei der Auswahl des passenden Hilfsmittels.
  • Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation (GesUK) — der deutsche UK-Fachverband, Fortbildungen und Kontakte.
  • Kommunikationsgeräte als Hilfsmittel — die Krankenkasse kann zertifizierte Kommunikationsgeräte (Talker) nach ärztlicher Verordnung, fachlicher Abklärung und einer Erprobung finanzieren. Das Verfahren dauert; früh anfangen lohnt sich.

Hinweis: Das betrifft Geräte, die im Hilfsmittelverzeichnis gelistet sind und ein medizinisches Prüfverfahren durchlaufen haben. Moj Glosik ist kein Medizinprodukt, hat kein solches Verfahren durchlaufen und wird weder von der Krankenkasse noch vom polnischen NFZ erstattet. Es ist eine normale App, die Sie selbst kaufen — deshalb kostet sie auch so wenig.

Polen

  • Poradnia psychologiczno-pedagogiczna — kostenlos und ohne Überweisung. Stellt Gutachten aus, auch über sonderpädagogischen Förderbedarf.
  • Wczesne wspomaganie rozwoju (WWR) — kostenlose Frühförderung für kleine Kinder auf Grundlage eines Gutachtens der Beratungsstelle.
  • Logopädie und Frühintervention über den NFZ — fragen Sie beim Haus- oder Kinderarzt nach Überweisung und nächstgelegener Einrichtung.
  • UK-Organisationen — der Verein „Mówić bez Słów“ (die polnische ISAAC-Sektion) bietet Fortbildungen und Fachlisten.

Und etwas, das beim ersten Termin selten jemand sagt: sorgen Sie auch für sich. Elterngruppen — gerade auch die polnischsprachigen in Deutschland — geben, was keine Institution geben kann: konkrete Tipps und das Wissen, damit nicht allein zu sein.

Ein Schritt für heuteRufen Sie heute bei einer Stelle von der Liste an und fragen Sie nach einem Termin — auch einem späten.
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